Fa. ADO – Retter und Herausforderung zugleich

DSC02821 DSC02819 DSC02825 DSC02780 DSC02870 DSC02666 DSC02868 DSC02789 DSC02579 DSC02700 DSC02672 DSC02554 DSC02675 DSC02551 DSC025435. 3. 2015 Ein wenig fühlt es sich immer noch wie „The never ending Story“ an. Im August nach drei gescheiterten Varianten:

  • mit freiwilligen Helfern,
  • im Alleingang
  • oder mit österreichischen Firmen

uns das sprichwörtliche Dach über dem Kopf zu retten – in letzter Sekunde, über Freunde auf die Firma ADO gestoßen. Die Kirchturmbauer Polens – es scheint als hätte der Himmel Sie mir in letzter Sekunde geschickt.

Bange Wochen des Verhandelns bis zur Vertrags-unterzeichnung. Warten dass die Lieferung – finanziert mit meinen wirklich letzten finanziellen Mitteln, auch tatsächlich aus Polen eintrifft. Verzögerungen, die mich nervös machen. Unwetter die die Baustelle fast „absaufen“ lassen. Drei Wochen vor Baubeginn, als wär`s nicht genug – ein Starkregenereignis, bei dem Wasser ins Haus eindringt – zum Glück übernimmt die Versicherung den Schaden. Über 2 Monate laufen die Entlüfter, jedoch  ohne nennenswerten Erfolg. Der 50% Miteigentümer, der meint mit Einstellung per Anwalt drohen zu müssen. Obwohl der Familie das Dach über dem Kopf bereits droht zusammenzubrechen…

Die geplante Baustellenzeit verlängert sich von drei auf acht Wochen. Nicht alles läuft so wie ich es mir vorgestellt habe. Die Arbeiter verstehen – zumindest glaube ich technisches Nackerpatzerl es, schon Ihr Handwerk. Die Qualitätsansprüche zwischen Österreich und Polen liegen zusätzlich nicht so eng beieinander wie man glauben möchte. So sind Stilbrüche, Qualitätsmängel vorprogrammiert.

Meine Nerven liegen langsam aber sicher blank. Mit Juli bringe ich noch knappe 39 kg auf die Waage und der Körper dankt mir die Dauerbelastung, den körperlichen und emotionalen Stress mit einem Abstecher in die Menopause. Nu‘ habe ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was mich da erwartet. Im August nach der Rückkehr aus dem Urlaub eine weitere  Hyobsbotschaft: Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen. Geahnt hatte ich`s ja schon. Aber ein schlechterer Zeitpunkt war kaum zu treffen. Jetzt hieß es auch noch bis Mitternacht Bewerbungen schreiben. Mehr als 40 setzte ich auf. Nur Absagen, wenn überhaupt eine Antwort kam. Mit fast 50 zählst Du auf dem Arbeitsmarkt zum alten Eisen.

Ich war so glücklich gewesen, als die ersten Ziegelreihen auf dem Dach lagen. Konnte meinen Blick kaum davon wenden. Die Kinder waren so stolz auf das neue Dach, die neuen Dachfenster. Doch die Begutachtung durch Martin Peer, einen befreundeten Dachdecker-meister hat mich dann zutiefst enttäuscht: Meine Mittel waren begrenzt, dass war mir bewusst. Es mussten einfache Lösungen gefunden werden. Jedoch Funktionierende und letztlich nicht wieder nur neuen Schaden-Verursachende oder -Zulassende.

Inzwischen war es Oktober geworden und die Bauarbeiter waren gegangen. Hinterließen eine ziemlich verwüstete Baustelle mit einigen offenen Feldern. Wir einigten uns auf Erledigung der Mängelliste bis Ende November. Inzwischen nähern wir uns endlich der Behebung aller Schäden.

Zwei Wochenenden an denen ich völlig alleine die gesamten 160 m² wieder mit Strohbüscheln 50cm hoch eindämmte, gaben mir Ende November dann wirklich fast den REST. Doch ich betrachtete es als Physio für meine „frozen shoulder“ – als Muskelaufbau nach der Schulter-OP im Januar. Völlig erschöpft aber auch stolz und glücklich darüber, gerade vor der einbrechenden Kälteperiode es doch noch geschafft zu haben, das Dach, Lüftung, Elektrik und Dämmung fertig bekommen zu haben. Die Kids musste ich für die letzten Tage, weil die Heizung wegen des Strohs noch nicht aktiviert werden konnte ins “ warme Asyl“ zu unserer Tagesmutti schicken.

Workawayers aus Lettland, über eine gute Freundin für ein paar Tage „geliehen“ erfüllten noch die Brandschutzauflagen rund um den Kamin. So war auch das noch erledigt. Die unbrennbare Dämmung für diesen Bereich, rund 25 m² Lecca-Kugeln oder Rockwool suche ich zwar immer noch zu einem erschwinglichen Preis. Aber das ist wird sich auch noch finden.

Zu dieser Zeit endeten auch die Aktivitäten der Firma ADO endgültig für das Jahr 2014. Von dem wohl viele nicht gedacht hatten, das meine Kinder und ich in Casa Carla überleben würden. Das Hauptdach ist so gut wie fertig. Das Ende für die Hauptdachsanierung nun wirklich absehbar. Langsam dringt auch mir ins Bewusstsein: Tatsächlich geschafft, obwohl es nicht „5-vor-12“ sondern bereits „10-nach-12“ war.  Eine kleine Frau, alleine, ohne technisches Know How – einzig von dem eisernen Willen beseelt für Ihre Kinder und sich das Zuhause vor der Vernichtung zu bewahren.

Egal wie viele Steine im Weg liegen: Aufgeben ist keine Option! Casa Carla ist unser Zuhause.

03|2015 – 08|2016

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